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23.04.2026

Ein Abend, der verbindet – und weit darüber hinaus wirkt

Unsere Empore-Veranstaltung „100 Jahre Heideruh – eine Buchholzer Geschichte“

Wir haben diesen Abend lange vorbereitet. Viel organisiert, diskutiert, verworfen, neu gedacht. Und dann war er da: der 19. April in der Empore in Buchholz. Inzwischen ist klar – es war nicht einfach nur eine gelungene Veranstaltung. Es war ein Abend, der etwas in Bewegung gebracht hat.

Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Saal mit Gästen (Richard)

Schon im Foyer zeigte sich, was uns durch den ganzen Abend begleiten sollte: echtes Interesse, Neugier, Austausch. Unser Infotisch war durchgehend umlagert. Immer wieder kamen Besucher*innen, um sich über Heideruh zu informieren, Fragen zu stellen, ins Gespräch zu kommen.

Ein Gespräch ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Ein Mann erzählte, dass er eher zufällig eines unserer Plakate gesehen hatte und sich spontan entschlossen habe, vorbeizukommen. Er war sichtlich überrascht, dass es mit Heideruh einen solchen Ort direkt in seiner Umgebung gibt – ohne dass er je davon gehört hatte. Und er war beeindruckt. Diese Rückmeldung haben wir an diesem Abend nicht nur einmal gehört.

Viele interessierten sich ganz konkret für unsere Arbeit heute: für die Stadtrundgänge, für unsere Bildungsangebote, insbesondere für die Veranstaltungsreihe „Bildung gegen Rechts“. Es wurde deutlich: Die Verbindung von Geschichte und aktueller antifaschistischer Praxis trifft einen Nerv.

Im Saal selbst war die Atmosphäre besonders, anrührend, unter die Haut gehend mitunter, aufrüttelnd, beeindruckend. Gleich zu Beginn setzte der von Michael Weber vorgetragene Schwur von Buchenwald einen eindringlichen Ton. Dieser Moment hat viele im Publikum spürbar berührt. Michael Weber berichtete im Anschluss, wie stolz und zugleich bewegt er gewesen sei, diese Rolle zu übernehmen – anstelle des verstorbenen Rolf Becker.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die unter dem Titel „100 Jahre Heideruh – eine Buchholzer Geschichte“ gemeinsame und konträre dargestellte Geschichte der Stadt Buchholz und des Ortes Heideruh, die von Inés Fabig und Michael Weber in abwechselnden Sequenzen vorgetragen wurde.

Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Schauspieler/in Inés Fabig und Michael Weber (Richard)

Durch den Abend führte Bea: als Geschäftsführerin, als Antifaschistin, als „Kind des Widerstands“ und als Buchholzerin – präsent, zugewandt, nah an den Menschen auf der Bühne. Mit großer Empathie ließ sie die Geschichte der Familie Jacob, von Franz und Käthe Jacob, von Ilse und von Katharina Jacob lebendig werden. Besonders bewegend: Katharina Jacob selbst konnte die Veranstaltung aus Norwegen mitverfolgen, während ihr Bruder mit Familie im Saal anwesend war. Diese Verbindung über Generationen und Orte hinweg hat dem Abend eine ganz eigene Tiefe gegeben.

Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow1 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow2 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow3 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow4 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow5 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow6 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow7 (HM)
Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Vortrag Bea Diashow8 (HM)

Die musikalischen Beiträge des US-amerikanischen Liedermachers David Rovics und der Sängerin Kamala Emanuel aus Australien trugen diese Stimmung weiter. Sie waren nicht nur eindrucksvoll, sondern persönlich. Die Künstler*innen haben es verstanden, das Publikum mitzunehmen – auch, indem sie ihre eigenen Beweggründe teilten, warum sie Teil dieses Abends sein wollten.

Ein weiterer Höhepunkt war das Podium, das nicht nur prominent, sondern vor allem inhaltlich stark besetzt war. Die Teilnehmenden sprachen darüber, was sie persönlich mit Heideruh verbindet und welche Bedeutung dieser Ort für ihre jeweilige Arbeit hat. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Bezüge sind – und wie zentral Heideruh für viele als Ort des Erinnerns, der Begegnung und der politischen Praxis ist. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bezeichnete Heideruh als Bereicherung für Buchholz und seine eindringliche Warnung gegen Rechts fand großen Beifall.

Heideruh Empore Veranstaltung 19.04.2026, Bild zeigt Podium (HM)

Nachwirkungen

Heideruh wurde an diesem Abend nicht als Vergangenheit verhandelt. Sondern als etwas, das weiterlebt.

Und genau das zeigt sich jetzt, in den Tagen danach.

Beispielsweise durch die sechs neuen Mitglieder, die wir begrüßen konnten. Sechs Menschen, die sich entschieden haben, Teil von Heideruh zu werden.

Und auch die Einladungen zum Bündnistreffen „Netzwerk Nordheide gegen Rechtsextremismus“ und zum „Harburger Bündnis Einig gegen Rechts“ gehören ebenso zu den positiven Nachwirkungen wie auch die Spenden, die dafür gesorgt haben, das wir finanziell „plus/minus“ aus dem Projekt gehen. Besonders natürlich eine große Spende; geleistet mit dem Kommentar: „„Ich wurde dazu angeregt durch Eure sehr eindrucksvolle Jubiläumsveranstaltung in Buchholz. Gerade in der heutigen schwierigen Zeit halte ich ein Haus wie das Eurige als Zentrum widerständigen Lebens für unverzichtbar.“ Einfach Klasse – vielen Dank!

Wenn wir als Vorbereitungsgruppe auf diesen Abend zurückblicken, dann bleibt vor allem dieses Gefühl: Hier ist etwas zusammengekommen. Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Erinnerung, Austausch und neues Engagement.

Es folgen noch viele tolle Veranstaltungen in diesem Jahr.
Macht mit. Kommt vorbei. Beteiligt euch.


Fotos: Heike, Richard, Norma und John

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