Ulla Suhling

Ulla Suhling wurde 1933 in Hamburg als Tochter der kommunistischen Widerstandskämpfer*innen Lucie und Carl Suhling geboren. Ihre Eltern wurden 1935 erstmals verhaftet. Ulla wurde zeitweise in ein Waisenhaus gesteckt – „ein traumatisches Erlebnis“, so Ulla. Ihr Vater überlebte das „Bewährungs“-Bataillon 999 nicht.
Nach der Befreiung und ihrer Schulausbildung ging Ulla 1950 mit 17 Jahren in die DDR. Sie machte eine Lehre als Traktoristin, als Technische Zeichnerin und schloss schließlich ein Ingenieurstudium ab. Eine berufliche Laufbahn, die „im Westen“ wohl kaum möglich gewesen wäre.
1990 kehrte sie nach Hamburg zurück. Sie engagierte sich im Auschwitz-Komitee, bei der VVN und besonders in der Willi-Bredel-Gesellschaft, dessen Infostand sie auf Festen in Heideruh oft vertrat.
Es war ihr ein großes Anliegen, dass die Geschichte Ihrer Eltern nicht in Vergessenheit gerät und Ihr Widerstand gegen die Faschisten gewürdigt wird. Zuletzt, als sie ihre Dinge ordnete, bat sie Moritz ihr zu helfen einen würdigen Ort für den Wanderstab ihres Vaters zu finden. Er fand seinen Platz im Herbergsmuseum in Blankenburg im Harz.

Am 26. Februar 2022 ist Ulla Suhling in Hamburg gestorben.
Veröffentlichungen zu Lucie und Carl Suhling:
- Lucie Suhling: Der Unbekannte Widerstand, Willi-Bredel-Gesellschaft (Hrsg.), Amigos Verlag, Kiel 1998, ISBN 3-931903-13-3
- Ursula Suhling: 999er-Strafsoldaten – deportiert vom Hannoverschen Bahnhof. Hamburger Antifaschisten in Wehrmachts-Uniform, Willi-Bredel-Gesellschaft (Hrsg.), VSA-Verlag, Hamburg 2014, 80 S., ill., ISBN 978-3-89965-613-8
- Ursula Suhling, Ursel Hochmuth: Ehrenfeld für Verfolgte der NS-Herrschaft – Eine Begräbnis- und Gedenkstätte der Geschwister-Scholl-Stiftung auf dem Ohlsdorfer Friedhof, VSA: Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-89965-526-1