Die Februar-Gedenktage
Auch die Jahres- oder Gedenktage, auf die wir im Heideruh Kalender 2026 im Februar aufmerksam machen, erinnern daran, dass die Einhaltung der Menschenrechte und demokratische Grundrechte sowie soziale Gerechtigkeit alles andere als selbstverständlich sind.

12. Februar – Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten
Weltweit werden noch immer Zehntausende Kinder in bewaffneten Konflikten mißbraucht, sei es kämpfend oder als Bot*innen, für Zwangsarbeit oder zu Propagandazwecken. Der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten macht auf dieses schwere Menschenrechtsverbrechen aufmerksam. Kinder haben ein Recht auf Schutz, Bildung und eine gewaltfreie Entwicklung. Der Gedenktag steht somit für den Schutz der Schwächsten – ein Kernanliegen der Menschenrechte.
Warum im Heideruh-Kalender?
Weil Antifaschismus immer auch bedeutet, Militarismus und Gewaltlogiken kritisch zu hinterfragen. Heideruh steht in einer Tradition, die aus den Erfahrungen von Krieg, Verfolgung und Entrechtung entstanden ist. Der Schutz von Kindern vor Krieg ist Ausdruck derselben Haltung: Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
20. Februar – Welttag der sozialen Gerechtigkeit
Soziale Gerechtigkeit ist die Grundlage stabiler Demokratien. Wo Ungleichheit wächst, wo Armut verfestigt und Teilhabe eingeschränkt wird, entstehen Frustration und gesellschaftliche Spaltung (was wir ja gerade mit dem Zulauf zu rechtem Gedankengut und rechten Parteien erleben). Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit macht darauf aufmerksam, dass politische Freiheit ohne soziale Absicherung brüchig bleibt.
Soziale Gerechtigkeit bedeutet faire Arbeitsbedingungen, Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und gleiche Chancen – unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Sie ist kein Nebenthema, sondern Voraussetzung für demokratische Stabilität.
Warum im Heideruh-Kalender?
Weil rechte Bewegungen soziale Unsicherheiten gezielt instrumentalisieren. Wer Gerechtigkeit stärkt, entzieht autoritären Erzählungen den Boden. Heideruh war historisch immer auch ein Ort der Arbeiter*innenbewegung, der Solidarität und der politischen Bildung. Soziale Gerechtigkeit ist damit Teil unserer Geschichte – und unserer Gegenwart.
21. Februar – Internationaler Tag der Muttersprache
Sprache ist Identität, Kultur und Teilhabe. Der Internationale Tag der Muttersprache macht darauf aufmerksam, wie wichtig sprachliche Vielfalt für kulturelle Selbstbestimmung und demokratische Gesellschaften ist. Weltweit sind viele Sprachen bedroht und mit ihnen Wissen, Perspektiven und Lebensweisen.
Demokratie lebt von Vielfalt. Wer Sprachen abwertet oder kulturelle Ausdrucksformen verdrängt, greift indirekt auch die Würde von Menschen an. Respekt gegenüber unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen ist daher ein Beitrag zu Gleichberechtigung und Anerkennung.
Warum im Heideruh-Kalender?
Weil Begegnungsorte wie Heideruh von Vielfalt leben. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Erfahrungen und sprachlichen Prägungen aufeinander. Antifaschismus bedeutet auch, kulturelle Vielfalt als Stärke zu begreifen und nicht als Bedrohung.
24. Februar – 1977: Erste Gorleben-Demonstration
Die erste große Demonstration gegen das geplante Atommülllager in Gorleben markierte 1977 einen Wendepunkt in der bundesdeutschen Protestgeschichte. Tausende Menschen protestierten gegen staatliche Entscheidungen, die sie als intransparent und riskant empfanden.
Die Gorleben-Bewegung steht exemplarisch für demokratischen Protest, für Bürger*innenbeteiligung und für die Frage, wie politische Entscheidungen legitimiert werden. Sie hat gezeigt, dass Zivilgesellschaft politische Prozesse beeinflussen kann: langfristig und beharrlich.
»Aus Sicht der Landesvorsitzenden (Grüne Niedersachsen) Anne Kura haben die Atomproteste Deutschland und Niedersachsen positiv verändert: Sie hätten zu neuen Formen der politischen Auseinandersetzung geführt und zu einer Demokratisierung beigetragen. „Bürgerbeteiligung hat einen ganz anderen Stellenwert erhalten“, so Kura. „Demonstrationen wie für eine offene Gesellschaft im letzten Sommer oder jetzt zu Fridays for Future oder gegen Upload-Filter sind heute legitime Protestform selbstbewusster Bürger*innen. Sie sind Ausdruck einer lebendigen Demokratie.« https://gruene-niedersachsen.de/2019/03/gorleben-treck-1979-demokratischer-widerstand-in-einer-neuen-dimension/
Warum im Heideruh-Kalender?
Weil er für demokratische Teilhabe steht. Heideruh ist ein Ort, an dem politische Diskussion und Engagement Raum haben. Protest ist kein Störfaktor der Demokratie, sondern Teil ihrer Lebendigkeit.
27. Februar – 1933: Reichstagsbrand
Der Reichstagsbrand war der Vorwand, mit dem zentrale Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt wurden. Er markiert einen entscheidenden Schritt in die nationalsozialistische Diktatur.
Ausführlich haben wir dazu bereits einen eigenen Beitrag veröffentlicht – denn dieser Tag mahnt besonders eindringlich, wie schnell Demokratie durch Angst und autoritäre Politik beschädigt werden kann.
Was diese Tage verbindet
Ob Kinderschutz, soziale Gerechtigkeit, (sprachliche) Vielfalt, Protestkultur oder der Schutz von Grundrechten – alle diese Jahrestage verweisen auf denselben Kern: Menschenwürde, Freiheitsrechte und demokratische Verantwortung.
Sie zeigen, dass Demokratie nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern im Alltag, in sozialer Teilhabe, in Protestbewegungen und in internationaler Solidarität.
Wir haben diese Tage in den Kalender aufgenommen, weil wir finden, dass es wichtig ist, uns an diese Tage zu erinnern.