Internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocausts
27. Januar, 17.00 Uhr: Mahn- und Gedenkveranstaltung am Mahnmal in der Buchholzer Fußgängerzone
Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und des internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocausts am 27. Januar versammeln wir uns auch in diesem Jahr zum gemeinsamen Mahnen und Erinnern am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in der Buchholzer Fußgängerzone.
Es reden
- Bürgermeister Röhse
(gemeinsam Blumen niederlegen und den Opfern gedenken) - Die Grüne Buchholz
- die Omas gegen Rechts Buchholz
- die LINKE Buchholz,
- Buchholzer Liste
- die Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh.



Teilnehmer*innen auf der mit ca. 80 Personen gut besuchten Veranstaltung
Hier die Rede von Bea Trampenau
Vor zwei Tagen wurde ich gefragt, was ich denke, welches Hauptziel eines der Jugendcamps in Heideruh haben könnte. Eine Frage wie ein Schlag. Was sage ich heutzutage jungen Menschen?
Kriegsgefahr, Aufrüstung, Wehrdienst sind das eine, was unser Land gerade betreibt.13,3 % A*D WählerInnen scheinen schon normal und „zum Glück so wenige“. Täglich lernen die Abgeordneten der A*D mehr dazu, wie sie unsere Demokratie unterlaufen können, scheffelt die Partei immer mehr Geld, um Macht zu erlangen. Keiner der Regierenden traut sich konsequent das Verbot der A*D voranzutreiben. Und die Politikverdrossenheit nimmt zu!
Oder sollte es doch eher die Forderung nach Rettung des öffentlichen Nahverkehrs sein: Statt ihn auszubauen, werden in Buchholz die Fahrpläne gekürzt und Weichen können mit einem normalen Winter nicht mehr umgehen. Die Jungen finden hier keine bezahlbaren Wohnungen, Freizeitgelegenheiten, Ausbildungs- oder Arbeitsplätze.
Das alles vor dem Hintergrund eines unberechenbaren mächtigen möchtegern-Weltpolizisten, den ich nur Idiot nennen kann und dem sich die großen Herren unserer EU zB nicht entgegenstellen, sondern klein beigeben. Die Welt steht unter Schock: Präsident*innen und eine der wichtigsten Frauen Südamerikas Cilia Adela Flores de Maduro werden illegal festgenommen und verschleppt, Millionen von Dollar für humanitäre Hilfe werden von einem auf den anderen Tag gekürzt, Widerständige in den USA werden erschossen und jeden Tag kommt eine neue Hiobsbotschaft.
Was hat das denn bitte schön mit dem Erinnern an die Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz zu tun?
Viel, sehr viel!
Die Millionen Opfer dürfen nicht umsonst gestorben sein, die Hoffnung derjenigen, die überlebt haben, nicht begraben werden.
Am Ehrenmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg erinnern 124 Urnen an die Ermordeten aus 25 KZs, dort steht:
Unrecht brachte uns den Tod. Lebende, erkennt Eure Pflicht.
Unsere Pflicht ist es hier zu stehen, zu erinnern, zu mahnen, aufzuklären, aber auch zu kämpfen für ein Land des Friedens und gegen jede Form des Rechtspopulismus und -extremismus.
Vor 100 Jahren sagte Walter Benjamin:
Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg. Er rede vom vergangenen, er rede von den kommenden, vor allem. Er rede von seinen drohenden Anstiftern, seinen gewaltigen Ursachen, seinen entsetzlichen Mitteln.
Walter Benjamin, Friedensware, Berlin 1926
In Buchholz gibt es ein Projekt, dass das Unrecht und diese Pflichten kennt. Die Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh wird trotz allen politischen Gegenwinds dieses Jahr 100 Jahre alt.
1926 gründeten Antifaschist*innen das so genannte Chalet als Zuflucht, als Raum der Freizeit und Konspiration in Seppensen. Die Gründer*innen leisteten Widerstand während des Faschismus und wurden zumeist ermordet. 1945 übergab die britische Befreiungsarmee umgehend diesen Ort wieder in die Verantwortung des „Komitee politisch Verfolgter“, so dass die Idee der Gründer*Innen über Generationen erhalten werden konnte und ein lebendiger Ort des Gedenkens, der Begegnung und der Bildung erhalten werden konnte – getragen von Menschen, die sich ehrenamtlich für eine solidarische, gerechte und friedliche Gesellschaft einsetzen.
Heideruh möchte in diesem Jahr 100 Jahre Antifaschismus feiern und vielen Menschen von seiner Geschichte und Zukunft erzählen. Die Buchholzerinnen laden wir vor allem am 19. April in die Empore zu der Veranstaltung 100 Jahre Heideruh – eine Buchholzer Geschichte ein. Der VVK beginnt nächsten Montag in der Empore.
Fotos: Kees Schütte
Kurzinfo Gedenktag: Am 27. Januar 2026 wird an die Befreiung des Konzentrations‑ und Vernichtungslagers Auschwitz‑Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945 erinnert, einem der zentralen Orte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Dieser Tag wurde als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt und mahnt, der etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie der zahlreichen weiteren Opfergruppen zu gedenken – und aus der Geschichte Lehren für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen.