„Einem Menschen seine Menschenrechte verweigern bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten.“
Nelson Mandela
Bildungsbaustein:
Menschenrechte – universell, unveräußerlich und unter Druck
Was sind Menschenrechte?
Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die jedem Menschen allein aufgrund des Menschseins zustehen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung oder politischer Überzeugung. Sie schützen die Würde des Menschen und bilden die Grundlage für Freiheit, Gleichheit und ein selbstbestimmtes Leben. Menschenrechte gelten universell, sie sind unveräußerlich und unteilbar.
Eine kurze Geschichte der Menschenrechte
Die Idee der Menschenrechte entwickelte sich über Jahrhunderte. Wichtige Meilensteine waren die Aufklärung, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte während der Französischen Revolution und – als Reaktion auf die Verbrechen des Nationalsozialismus – die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. Sie war eine direkte Konsequenz aus Krieg, Völkermord und systematischer Entrechtung und sollte sicherstellen: Nie wieder dürfen Menschen schutzlos der Gewalt von Staaten ausgeliefert sein.

Menschenrechte in der Bundesrepublik Deutschland
Rein sachlich: In Deutschland sind die Menschenrechte fest im Grundgesetz verankert. Artikel 1 stellt unmissverständlich klar: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Alle staatliche Gewalt ist an die Grundrechte gebunden. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Gleichberechtigung und der Schutz von Minderheiten sind keine politischen Angebote, sondern verfassungsrechtliche Verpflichtungen – entstanden aus den historischen Erfahrungen von Diktatur und Menschenrechtsverletzungen.
Aktueller Anlass: Menschenrechte weltweit unter Druck
Auch die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) schlägt gerade Alarm. „So bedroht wie lange nicht seien die Menschenrechte weltweit, mahnt sie in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht für 2025 mit Kapiteln zu mehr als 100 Staaten und Regionen.“, so das ND am 04.02.2026
Der Bericht dokumentiert Angriffe auf Rechtsstaatlichkeit, Einschränkungen von Presse- und Versammlungsfreiheit, die Verfolgung von Minderheiten und den Abbau demokratischer Strukturen. Menschenrechte geraten zunehmend unter Druck – nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in Demokratien.
… auch in Deutschland
Faktisch: Auf der faktischen Ebene ist es jedoch fraglich, ob hier nicht einfach nur „Papier geduldig“ ist. Denn viele staatliche behördliche Entscheidungen und Gesetzesvorlagen – gerade aktuell in Fragen des Asylrechts, der Gesundheitsfürsorge, des Umgang mit Arbeitslosigkeit, Armut und Arbeitnehmer*innen (vor allem die lächerliche Teilzeitarbeit-Diskussion) – lassen die Frage aufkommen, ob hier nicht dieser wesentliche Paragraph unseres Grundgesetzes einfach ignoriert wird.
Laut Human Rights Watch verliert auch Deutschland an Glaubwürdigkeit. So wird kritisiert, dass sich die Lebenssituation von Zugewanderten und ihren Nachkommen verschlechtert. »Grund dafür sei, dass „politische Rhetorik der AfD von demokratischen Parteien verstärkt übernommen wurde“, sagt HRW-Rassismusforscherin Almaz Teffera. Wohl in Anspielung auf die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oktober ausgelöste Stadtbild-Debatte, mahnt sie, es sei schädlich, Menschen mit Migrationshintergrund erst als Problem zu bezeichnen, und dann zu beteuern, die „guten Migranten, die hier fleißig arbeiten“, seien natürlich nicht gemeint. Außenpolitisch habe sowohl die Ampel-Koalition als auch die schwarz-rote Bundesregierung international moralischen „Kredit verspielt“, sagte Frisch. Hauptgrund dafür sei die „fast bedingungslose Unterstützung der Bundesregierung gegenüber der Regierung in Israel“ im Gaza-Krieg.« (Zitat Frankfurter Rundschau 04.02.2026)
Warum uns das betrifft
Menschenrechte sind kein theoretisches Thema und kein dehnbarer Begriff. Sie werden schrittweise ausgehöhlt, wenn sie relativiert, gegeneinander ausgespielt oder zur Disposition gestellt werden. Wer beginnt, Menschen in „mehr“ und „weniger wert“ einzuteilen, stellt das Fundament der Demokratie infrage. Der Schutz der Menschenrechte ist daher keine Selbstverständlichkeit, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe.
Bezug zu Heideruh
Heideruh steht in einer Tradition, die aus der Erfahrung von Menschenrechtsverletzungen entstanden ist. Als Ort der Begegnung, Erinnerung und politischen Bildung erinnert Heideruh daran, warum Menschenrechte erkämpft wurden – und warum sie verteidigt werden müssen. Menschenrechte sind hier kein abstrakter Begriff, sondern Grundlage für Solidarität, Verantwortung und demokratisches Handeln im Hier und Jetzt.
Randnotiz
Beim „googeln“ nach „Menschenrechten“ werden von der „Zitatsuchmaschine“ der Informatik HU Berlin tonnenweise Trump Zitate ausgespielt. Darunter dieses hier.

Wenn es nicht so furchtbar wäre, wäre es zum „totlachen“. Beides.
Quellen
https://zitatsuchmaschine.informatik.hu-berlin.de/topic/Menschenrecht?order=relevance
https://www.buboquote.com/de/zitate/tag/102-menschenrechte
https://martin-luther-king-zentrum.de/zitate/
www.poeteus.de/autor/Nelson-Mandela/29
https://www.fr.de/politik/human-rights-watch-warnt-vor-zerfall-des-menschenrechtssystems-94154681.html