Die neue Fahne von Heideruh wird gehisst und das Jubiläumsjahr gestartet
Wird eine Flagge „gehisst“, bedeutet es, dass sie am Fahnenmast nach oben gezogen wird. Was so einfach klingt, kann sich unter Umständen auch als schwierig herausstellen. Besonders, wenn ein richtig unschönes Wetter und ein gebrochener Karabinerhaken im Weg stehen. Aber wir alle wissen, dass es in Heideruh ein „geht nicht“ nicht gibt.



So wurde die Fahne pö-á-pö nach oben gebracht. Und auch wenn die Köpfe eingezogen und unter Kapuzen versteckt waren – der feierliche Moment, als die neue Fahne von Heideruh den Mast hochkletterte war deutlich zu spüren.



Das Hissen von Fahnen dient von jeher als Signal nach außen und nach innen: eine Fahne demonstriert Zugehörigkeit und kommuniziert eine gesellschaftliche Absicht.

In ihrer Rede ging Bea auch auf diesen Aspekt ein:
„Das traditionelle Fahnenhissen ist ein weltweites Symbol für Identität, Gemeinschaft, Stolz und Respekt, das je nach Kultur und Anlass variiert. In diesem Sinne hing schon seit zig Jahren eine Fahne in Heideruh. 100 Jahre sind ein Grund, die wohl bisher größte Fahne am Eingang von Heideruh wehen zu lassen. Es allen zu zeigen, die hier her kommen.“
…und eröffnete das nun beginnende Jubiläumsjahr von Heideruh:
„100 Jahre – das ist für mich als Antifaschistin ein Wahnsinnsjubiläum. Dieses Projekt wurde vor 100 Jahren von jungen Menschen gegründet, von denen fast alle 10-20 Jahre später ermordet wurden. Ich habe bislang keinen Namen aus dem Jahr 1926 gefunden, der den Faschismus überlebt hätte, außer der damals 10jährige Bruder von Ernst Stender.
Und trotzdem wurde Heideruh 1945 sofort wieder aufgebaut, von den Rotwinkler:innen, den Angehörigen, der britischen Armee und der FDJ. Dieses Projekt hat alles überstanden: Faschismus, Verbote von Organisationen in der Adenauerzeit, Antikommunismus, Angriffe gegen Menschen und Gruppen, die Heideruh geprägt haben, die Finanzkrisen der letzten 20 Jahre – und Heideruh existiert bis heute. Das ist etwas ganz Besonderes, und das wollen wir feiern. Nicht nur mit antifaschistischen Verbündeten, sondern auch sichtbar für die Stadtgesellschaft rund um Buchholz und sichtbar für uns selbst.“

John Attfield ging in seiner Ansprache darauf ein, dass er in seiner Zeit als Vorsitzendem manches Mal um den Fortbestand von Heideruh bangte und bedankte sich bei Bea für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Rettung des Projektes auch in schweren Zeiten.
Apropos Heideruh retten: Auch und gerade in diesem Jahr freuen wir uns über deine Spende! Heideruh braucht deine Unterstützung um weiter existieren und die Arbeit fortsetzen zu können!