Die OMAS GEGEN RECHTS
Den Abschluss unserer „Frauenwoche“ widmen wir den OMAS GEGEN RECHTS als derzeit sicherlich größte Frauenbewegung des Landes!
„Omas gegen Rechts“ ist eine seit 2017 bestehende parteiunabhängige Bürgerinitiative, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol durch lose organisierte Ortsgruppen in Erscheinung tritt. Die Omas gegen Rechts engagieren sich ehrenamtlich unter anderem durch Demonstrationen und andere Aktionen in erster Linie gegen Rechtsextremismus.
Die Initiative Omas gegen Rechts ist heute eine der sichtbarsten zivilgesellschaftlichen Bewegungen gegen Rechtsextremismus in Deutschland – und zugleich die größte Frauenbewegungen des Landes.

Entstanden ist sie aus der Überzeugung heraus, dass gerade ältere Frauen ihre Stimme für Demokratie, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft erheben müssen.
Die Idee entstand im November 2017 in Österreich: Dort gründete die Psychotherapeutin Monika Salzer in Wien die ersten „Omas gegen Rechts“. Inspiriert davon wurde am 27. Januar 2018 – dem Internationalen Holocaust-Gedenktag – in Nagold die deutsche Initiative von Anna Ohnweiler ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war zunächst eine Facebook-Gruppe, aus der sich schnell zahlreiche regionale Initiativen entwickelten. Heute gibt es in Deutschland mehrere hundert Regionalgruppen mit insgesamt zehntausenden Unterstützerinnen und Unterstützern.
Die „Omas“ verstehen sich als überparteiliche Bewegung aus der Mitte der Zivilgesellschaft. Ihr Ziel ist es, demokratische Werte zu verteidigen und rechtsextremen, rassistischen oder antisemitischen Ideologien entschieden entgegenzutreten. Sie organisieren Demonstrationen, Mahnwachen, Informationsstände und kreative Aktionen im öffentlichen Raum. Dabei treten sie häufig gemeinsam mit anderen Initiativen und Bündnissen gegen Rechts auf.
Inhaltlich formulieren die „Omas gegen Rechts“ klare politische Grundsätze. Sie stehen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine vielfältige Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht respektiert werden. Gleichzeitig wenden sie sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und soziale Ausgrenzung. Auch die Rechte von Geflüchteten und ein verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt und Ressourcen gehören zu ihren zentralen Anliegen.

Besonders prägend für die Bewegung ist ihre Perspektive als ältere Generation. Viele der Aktivistinnen betonen, dass sie aus historischen Erfahrungen – etwa aus Familiengeschichten über den Nationalsozialismus – Verantwortung ableiten. Unter dem Motto „Nie wieder!“ verstehen sie ihr Engagement als Beitrag zu einer wachsamen, demokratischen Gesellschaft.
So verbinden die „Omas gegen Rechts“ generationsübergreifenden Protest mit politischer Bildung und Zivilcourage – und zeigen, dass Engagement für Demokratie kein Alter kennt.
Vielleicht am wichtigsten ist dabei ihre Ausdauer: Während politisches Engagement heute oft auf das Teilen von Beiträgen in sozialen Netzwerken reduziert wird, setzen die Omas gegen Rechts bewusst auf dauerhafte Präsenz im öffentlichen Raum – auf der Straße sichtbar zu sein, immer wieder zu zeigen „Wir sind da, wir bleiben da“ und damit deutlich zu machen, dass sie als hartnäckiger Sand im Getriebe jeder rechtsextremen Bedrohung der Demokratie entgegenwirken wollen.
Quellen
https://omasgegenrechts-nord.de/
https://www.omas-gegen-rechts.org/
https://omasgegenrechts-deutschland.org/
Fotos: HMews